Osterbotschaft 2026 seiner Eminenz Metropolit JOHANNES, des Erzbischofs der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa
11. April 2026


Osterbotschaft 2026 seiner Eminenz Metropolit JOHANNES, des Erzbischofs der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa
An die Exzellenzen, den Klerus, die Mönche, die Monialen und an die Gläubigen des Erzbistums der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa
Liebe Brüder und Schwestern, Christus ist auferstanden!
Ich grüße Euch mit diesem frohen Ausruf, den wir uns alle nach ältestem Brauch während dieses strahlenden und schönen Osterfestes zurufen!
Ja, der Herr ist unsere Freude. Er macht unsere Herzen und unser ganzes Sein weit, sobald wir zu verstehen beginnen, dass wir nicht mehr durch die Sünde gefesselt sind und dass die Qualen des Todes zunichte gemacht wurden.
Wir alle haben eine solche Auferstehung voller Kraft und voller Zeichen der Hoffnung bitter nötig, ähnlich jener, die den Jüngern am dritten Tag geschenkt wurde, damit alle falschen Ideen korrigiert werden, die wir uns vom Leid und vom Kreuz machen und damit diese Auferstehung für uns zur Quelle des Glaubens werde. Denn einzig in der Auferstehung können wir nicht nur verstehen, wie das Kreuz Christi uns die Vergebung unserer Sünden erwirken kann, sondern sogar voller Freude die Leiden dieses Kreuzes ertragen. Dann werden die Leiden keine Leiden mehr sein, sondern Teilhabe an der Herrlichkeit, wie es der heilige Apostel Paulus gesagt hat: « Wir wollen mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden! » (Röm 8,17).
Aber wir sollten uns nicht damit begnügen, ein fröhliches Fest zu feiern, das schnell vorbei ist. Wir sollten aus diesem Geheimnis der Auferstehung leben! Wir sollten diesen frohen Ausruf, den wir uns in diesen Tagen zurufen, schon hier und jetzt unserem ganzen Sein und unserem ganzen Leben einprägen: « Christus ist auferstanden! » Wir sollten glaubend und mit aller Konsequenz danach handeln, denn der Apostel Paulus sagt uns: « Ist aber Christus nicht auferstanden, dann ist euer Glaube nichtig und ihr seid immer noch in euren Sünden! » (1 Kor 15,17)
Doch wir sollen wir das machen? Uns stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, unsere Verbindung mit Gott konkret werden zu lassen: Denkt an den Heiligen und Großen Donnerstag! An diesem Tag hat Jesus seinen Aposteln nicht nur all das offengelegt, was sich in den folgenden Tagen ereignen sollte, Er hat sich darüber hinaus nicht mit einer theoretischen Erklärung zufriedengegeben. Er hat ihnen schon vor der Zeit zum Geschenk gemacht, mit Ihm vollkommen vereint zu sein, was an sich schon das Heil bedeutete, indem Er ihnen seinen kostbaren Leib und sein kostbares Blut geschenkt hat. Beim mystischen Abendmahl ist Christus zugleich geopfert und auferstanden, tot und lebendig! Erinnert Euch: Das sind seine eigenen Worte: « Das ist mein Leib, für Euch gebrochen, das ist mein Blut, für Euch vergossen! », und zweifellos konnte der Herr das nicht sagen, wenn ihm nicht klar war, was sich wenig später ereignen würde! Wir haben hier nicht irgendeine Mythologie vor uns; wir befinden uns in der konkreten Wirklichkeit der Auferstehung: Jedes Mal, wenn wir uns dem heiligen Kelch nähern und an seinem kostbaren Inhalt kommunizieren, streifen wir die Sünde ab und bekleiden uns mit der strahlenden Schönheit Christi. Ein solches Wunder wird ermöglicht einzig durch das große Erbarmen des Herrn und durch seine unaussprechliche Liebe zu den Menschen!
Das ist zweifellos die wunderbarste aller Konsequenzen des Todes und der Auferstehung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Da alle Sakramente verbunden sind mit dem der Heiligen Eucharistie, kommen wir in den Genuss der heilbringenden Früchte dieses schönen Festes, das wir an diesem heiligen Tag begehen, wenn wir zum heiligen Kelch hintreten und durch die Kommunion an den heiligen Gaben Anteil erhalten! Zögern wir also nicht! Lasst uns schöpfen aus der Quelle des Heils, löschen wir unseren Durst am Kelch der göttlichen Liebe und leben wir aus diesem neuen Leben, an dem wir Anteil erhalten dürfen! Doch es reicht nicht, wenn wir nur Konsumenten sind, denn es ziemt sich nicht, dass wir uns allein bereichern an der Barmherzigkeit Gottes.
Da wir durch die Auferstehung vergöttlicht sind, lasst uns logisch handeln und von dieser Liebe weitergeben, die wir umsonst empfangen haben… Das ist sicherlich nicht immer einfach, doch wir leben auf dieser Erde, um von unserem einzigen Meister und Herrn Jesus Christus zu lernen. Deshalb wollen wir Ihn bitten: Herr, lehre mich lieben! Lehre mich, als Auferstandener zu leben! Richte mich auf in Deinem Licht zusammen mit all meinen Brüdern und schenke mir die Gnade, unablässig zu singen: « Christus ist erstanden von den Toten, hat zertreten im Tode den Tod, und denen in den Gräbern das Leben geschenkt! »
† Metropolit JOHANNES von Dubna,
Erzbischof der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition
in Westeuropa